Pille und Thromboserisiko

In der letzten Zeit ist es durch Fernsehsendungen und Zeitungsartikel zu einer erheblichen Verunsicherung von Anwenderinnen hormoneller Verhütungsmittel im Hinblick auf das Thromboserisiko gekommen.

 

Mittlerweile ist die Antibabypille bereits 50 Jahre alt. 

Bereits früh war klar, dass die Einnahme der ”Pille” mit einem sehr geringen Thromboserisiko einhergeht.

 

Dieses Risiko ist von verschiedenen Co-Risikofaktoren abhängig:

 

Östrogendosis, Körpergewicht, Zigarettenkonsum, angeborene Gerinnungsstörungen und längere Imobilisation.

 

Zur Zeit sind etwa 50 Pillenpräparate im Handel.

Nahezu jedes dieser Mittel setzt sich aus den beiden Komponenten ”Östrogen” und ”Gestagen” zusammen.

 

Seit 2009 - und auf diese Daten beziehen sich auch die Presseveröffentlichungen-  sind Studien bekannt, die auf einen Zusammenhang von Thrombosen und dem in der Pille enthaltenen Gestagen hindeuten. Zwei neue Studien stützen diese Vermutung.

 

Das Risiko ist jedoch im Verhältnis betrachtet gering:

 

Bei 20.000 Frauen, die keine hormonelle Verhütung anwenden, kommt es pro Jahr zu 1 Thrombose.

Bei 20.000 Frauen, die eine Pille mit einem älteren Gestagen (Levonorgestrel) anwenden, steigt diese Zahl auf 4 Thrombosen an.

Bei 20.000 Frauen, die ein Gestagen der neueren Generation anwenden, liegt die Zahl bei 7 Thrombosen pro Jahr.

 

Auch wenn jeder einzelne Fall ein tragisches Ereignis darstellt, muss man dennoch davon ausgehen, dass es sich um eine insgesamt sehr seltene Komplikation handelt!

 

Zum Vergleich:

Pro Jahr sterben ca.125.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Zigarettenrauchens!

 

Ein wichtiger Faktor muss jedoch unbedingt beachtet werden:

 

Eindeutig bewiesen ist, dass das Risiko einer Thrombose in den ersten 3 Einnahmemonaten am höchsten ist.

Danach fällt die Thromboserate rapide ab!

Wer also ohne Komplikationen eine Pille seit mehr als 3 Monaten anwendet, geht bei einem Wechsel auf ein vermeintlich risikoärmeres Präparat zunächst einmal wieder für die ersten 3 Monate ein deutlich höheres Risiko ein, als wenn das bestehende Präparat weitergenommen würde!

 

Sollten Sie also durch die aktuelle Berichterstattung verunsichert sein, rate ich Ihnen von vorschnellen Entscheidungen ab. 

Bitte nehmen Sie zunächst Rücksprache, damit wir Ihre individuelle Risikosituation analysieren können und eine gute Entscheidung für Sie finden.